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2017 – ein Jahr der Jubiläen

John Botten (Solihull)

Das Jahr 2017 markiert eine ganze Reihe von Jubiläen, die an bedeutenden Ereignissen der letzten 120 Jahre erinnern – Ereignisse, die eine wichtige Rolle gespielt haben bei der Erfüllung biblischer Prophetien.

Neben der Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer, die vor 70 Jahren gemacht wurde (siehe Artikel in: The Christadelphian“, Vol. 154, Nr. 1832, S. 70) sollen weitere nennenswerte Begebenheiten betrachtet werden.

Im Februar 1917 fand die russische Revolution statt, die einen Prozess in Gang setzte, in dessen Verlauf es zum Rückzug des russischen Zarenreiches aus dem 1. Weltkrieg und zur Gründung der Sowjetunion kam. Diese Ereignisse haben bis heute eine tiefgreifende Wirkung auf unser Jahrhundert und die Zukunftsaussichten dieser Welt. Die kommunistische Revolution folgte im Oktober 1917.

Am 6. April 1917 traten schließlich die Vereinigten Staaten von Amerika in den 1. Weltkrieg ein – ein Ereignis, das das Gleichgewicht zugunsten von England, Frankreich und ihren Alliierten verschob. Es markiert auch den Zeitpunkt, ab welchem die USA nicht nur in Europa, sondern auch im Mittleren Osten involviert war.

Der 5. Juni 1967 war der Tag, an dem der Sechstagekrieg Israels gegen seine feindseligen arabischen Nachbarn begann. Dieser Krieg bewirkte die Wiedervereinigung Jerusalems, den ersten freien Zugang der Israelis zur Klagemauer und die „Besetzung“ des Westjordanlands. Das 50. Jubiläum dieses Ereignisses wird wahrscheinlich das von allen anderen Jubiläen 2017  am strengsten in Augenschein genommene sein. Für uns bietet es eine Gelegenheit und eine Herausforderung für unsere Verkündigung im Hinblick auf die sich erfüllenden Verheißungen der Bibel.

Am 29. August 1897, vor 120 Jahren, trat der 1. Zionistenkongress zusammen.

1897 versammelten sich im Basler Stadtcasino Delegierte aller zionistischen Teilorganisationen. Daran gearbeitet hatte hauptsächlich der Pionier des Zionismus, Theodor Herzl, der im Jahr davor sein Buch mit dem Titel „Der Judenstaat“ veröffentlicht hatte, darin er für einen jüdischen Staat in Palästina plädierte. Er notierte in sein Tagebuch: „In Basel habe ich den Judenstaat gegründet“, eine Aussage, die die Hand Gottes in dieser Sache außer Acht lässt, die aber die Überzeugung jüdischer Führer demonstriert, dass die Juden in ihre historische Heimat zurückkehren würden.

Der 31. Oktober 1517, vor 500 Jahren also, ist das Datum der Reformation, an dem Martin Luther an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen mit Hammer und Nagel befestigte. Er veröffentlichte seine Einwände gegenüber den Praktiken der römisch-katholischen Kirche. Diese Handlung war der Funke für die Reformation, die neben anderen Dingen die Bedeutung von Gottes Wort betonte – der lateinische „Werbeslogan“ der Reformation lautete Verbum Domini Manet in Aeturnum, „Das Wort des Herrn bleibt ewig bestehen“. Die Reformation oder Erneuerungsbewegung vertrat die Ansicht, dass auch die einfachen Leute die Bibel lesen und verstehen sollten. Da keine externe Auslegung nötig sei, weil die Bibel sich selbst erkläre, könne ein jeder allein durchs Lesen der Heiligen Schrift auch zum richtigen Verständnis kommen (Schriftprinzip).

Diese Themen eignen sich gut, um mit anderen über unseren Glauben ins Gespräch zu kommen.

Der 31. Oktober 1917 kennzeichnet auch die Schlacht von Beerscheba vor 100 Jahren, die mit der Offensive der Palästinafront zur Zeit des 1. Weltkriegs begann. Die siegreiche australische Light Horse Brigade und die britische Mounted Brigade führten zum Rückzug der Osmanen aus dem Heiligen Land.

Der 2. November 1917 ist das Jahr der Balfour-Deklaration, deren 100-jähriges Jubiläum dieses Jahr begangen wird. Sie wird verbreitet als ein Schlüsseldokument auf dem Weg zur Gründung des Staates Israel angesehen. Sie galt als eine Verpflichtung der britischen Regierung für die Errichtung „einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. In dieser Zeit wurden widersprüchliche Versprechen an verschiedene arabische und jüdische Nationalisten gemacht, um deren Unterstützung zu erreichen.

Vor 40 Jahren am 19. November 1977 besuchte der ägyptische Präsident Anwar Sadat Israel. Dieser Besuch brachte Bewegung in die verfahrene Lage mit den arabischen Führern, die bis dahin jegliche Abkommen mit Israel verweigert hatten, und führte zu einem Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel am 26. März 1979.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Staates Israel war die Verabschiedung der UN-Resolution 181, die die Aufteilung des britischen Mandats in einen jüdischen und einen arabischen Staat vorsah. Das geschah am 29. November 1947, so dass dieses Jahr der Anfangspunkt für das 70. Jubiläum ist. Obwohl sie im späteren Verlauf von neuen Ereignissen überholt wurde, markiert die Resolution die erste Akzeptanz des Staates Israel und sie war auch der Vorläufer der Zwei-Staaten-Lösung für den arabisch-israelischen Konflikt.

Schließlich führt der vergangene Dezember zu zwei weiteren Jubiläen – sollte der Herr bis dahin noch nicht zurückgekehrt sein : sie fallen beide auf den 9. Dezember.

An eben diesem Tag im Jahr 1917 wurde Jerusalem von den britischen Streitkräften eingenommen. Bisher hatten die osmanischen Türken für vier Jahrhunderte über die Stadt geherrscht.

Die Bedeutung dieses Geschehens blieb der britischen Regierung nicht verborgen, die General Allenby und seine Gefolgsleute beauftragte, vor dem Jaffator abzusteigen und aus Hochachtung vor der Erhabenheit des Herrn Jesus zu Fuß in die Stadt zu gehen. Das ereignete sich am 11. Dezember 1917. (Ein Film über dieses Ereignis ist abrufbar unter www.colonialfilm.org.uk/node/6131)

Zeitgleich am 9. Dezember vor 30 Jahren begann die erste Intifada (Aufstand der Palästinenser) im Jahr 1987. Auch dieses Ereignis hat sich als bedeutungsvoll darin gezeigt, dass es der Anfang des Widerstandes der Palästinenser gegen die israelische Regierung war und bis zum heutigen Tag andauert.

Wenn Gott es will, werden sich im Laufe des Jubiläenjahres die angekündigten Ereignisse jähren.

In der Zwischenzeit stellen sie ein aussagekräftiges Zeugnis dar, „dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen“ und dass Er Seine Verheißungen an Israel erfüllen wird. Hier liegen Gelegenheiten bereit, unseren Glauben als Gemeinde und auch ganz persönlich zu bezeugen, und zwar dass Gottes Wort gewisslich wahr und verlässlich ist.